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Wenn Ärzte Rennfahrer sponsern: Betriebsausgaben?

Strebt ein Freiberufler durch Sponsoring als Gegenleistung wirtschaftliche Vorteile für sein Unternehmen an, sind die Sponsoringaufwendungen als Betriebsausgaben abziehbar. Eine persönliche Beziehung zu den Sponsoringempfängern ist ebenso unschädlich wie eine private Begeisterung für die gesponsorte Sportart.

Hintergrund

2 Sportärzte unterhalten eine Gemeinschaftspraxis in der Rechtsform einer GbR. Mit 2 Rennfahrern hatte sie Sponsoring-Verträge abgeschlossen, die die Fahrer verpflichteten, mit einem Logo auf ihrer Rennkleidung für die GbR zu werben. Das Logo führte zu dem Internetauftritt der GbR.

Das Finanzamt akzeptierte den Abzug der Sponsoringaufwendungen als Betriebsausgaben ebenso wenig wie das Finanzgericht. Diese waren der Ansicht, dass der betriebliche Zusammenhang von der Rennsportbegeisterung der Ärzte überlagert wurde.

Entscheidung

Der Bundesfinanzhof entschied dagegen zugunsten der Ärzte, dass die Aufwendungen für das Sponsoring Betriebsausgaben darstellten. Zu den Betriebsausgaben gehören auch Aufwendungen von Sponsoren zur Förderung von Personen oder Organisationen in sportlichen, kulturellen oder ähnlichen gesellschaftlichen Bereichen, wenn der Sponsor wirtschaftliche Vorteile, die insbesondere auch in der Sicherung oder Erhöhung des unternehmerischen Ansehens liegen können, für sein Unternehmen erstrebt. Das ist insbesondere der Fall, wenn der Sponsoringempfänger als Gegenleistung, z.B. auf Plakaten oder Fahrzeugen, auf das Unternehmen als Sponsor bzw. auf dessen Produkte werbewirksam hinweist oder durch Verwendung von Schriftzug oder Emblemen des Sponsors für diesen als Werbeträger dient.

Erforderlich ist, dass eine hinreichend konkrete Zuordnung zu dem Sponsor deutlich wird, damit der Erfolg des Sponsorings als gezielte Werbemaßnahme für ihn erreicht werden kann. Dabei ist bei Freiberuflern nicht auf die Gesellschaft (hier GbR), sondern auf deren Gesellschafter (hier die Ärzte) abzustellen. Denn die freiberufliche Tätigkeit ist regelmäßig durch die persönliche, qualifizierte Arbeitsleistung der einzelnen Berufsträger geprägt. Der Zusammenhang zum Sponsor liegt daher auch dann vor, wenn auf die freiberufliche Tätigkeit und Qualifikation der Berufsträger hingewiesen wird.

Ein schädlicher privater Veranlassungszusammenhang liegt nach Ansicht des Bundesfinanzhofs nicht vor. Dass die Ärzte sportbegeistert sind, ist ihrer sportärztlichen Tätigkeit immanent und fällt gegenüber dem betrieblichen Veranlassungszusammenhang nicht ins Gewicht. Entscheidend ist, dass die Werbung darauf angelegt war, das Image der im Sport tätigen Arztpraxis aufzubauen und das Vertrauen des Adressatenkreises in die sportmedizinische Qualifikation der Ärzte zu stärken. Denn die ärztliche Berufsausübung in besonderem Maße darauf gerichtet, ein persönliches Vertrauensverhältnis zu den Patienten aufzubauen.

Auch die Höhe der Sponsoringaufwendungen lässt nicht auf eine private Mitveranlassung schließen. Bei Gesamteinnahmen von 950.000 EUR waren die für das Sponsoring getätigten Aufwendungen von 100.000 EUR geeignet, den Bestand der Gesamteinnahmen der Arztpraxis zu sichern und weiter zu festigen. Darüber hinaus diente das Sponsoring auch dazu, einen neuen Patientenkreis aus dem Sportbereich zu erschließen.

Vorliegend kann auch nicht davon ausgegangen werden, dass für die Sponsoringaufwendungen persönliche Beweggründe mitursächlich waren. Der freundschaftliche Kontakt zu den Sportlern beruht auf dem persönlichen Vertrauensverhältnis, auf das die ärztliche Berufsausübung ausgerichtet ist.

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